fahren

weiter bergab

Peugeot 504 Ti

ich verstehe das nicht. es scheinen mich momentan alle guten autogeister zu verlassen. kaum das waidwunde coupé zur seite gestellt, überrascht mich die treue berline mit überraschenden kalamitäten. mitten in la chaux-de-fonds (für einmal nicht im dunklen wald) beginnt die rechte bremszange zu klemmen. derart unvermittelt, dass ich beinahe über den mittelstreifen fliege als ich von der bremse gehe. nun muss man wissen, dass in la chaux-de-fonds wohl der einzige richtige boulevard der schweiz  -le pod- mitten durch die stadt führt. diesen befährt mann gerne mit nur leicht aufgelegter hand am volant und entspanntem grinsen im gesicht… ich stattdessen, rette mich gerade noch so auf den bahnhofplatz und versuche möglichst unauffällig, durch abwechselndes vor- und rückwärtsfahren, die bremszange ein wenig zu lösen. dann mache ich den fehler, versuchsweise mit voller kraft und wiederholt auf das pedal zu stehen. mit dem resultat, dass sich das rechte vordere rad gar nicht mehr bewegen lässt. vorwärts geht nichts mehr. nur rückwärts lässt sich die karre in die rettende parklücke manövrieren. mit jaulender automatik, das blockierte (!) vorderrad nach sich ziehend. spätestens jetzt haben mich alle gesehen. ich wünsche mir  wenigstens  ein neuenburger kontrollschild, verdammt. gerade noch bevor einige mit bier ausgerüstete bahnhofsdauercamper unsern standort erreichen, rollt die karre plötzlich befreit rückwärts an den randstein. motor gestartet und weg! zurück an meinen arbeitsort. mit hilfe der tiefen fahrstufen und der handbremse. am nächsten morgen zu frédéric, dem mécano du village. im nebenraum steht eine murena. er versteht etwas vom geschäft. versteht allerdings auch nicht, welche geister uns hier streiche spielen. die zange geöffnet, präsentiert sich ein kolben, welcher sich nur mit der kraft der zwei herzen zurück drücken lässt. massiv sei der kraftaufwand gewesen. noch nie erlebt. dann alles auseinander genommen, erklärt sich immer noch nichts. alles sauber, keine korrosions-spuren, nichts. auch dichtungen, scheiben, klötze, schläuche, alles in bestens gewartetem zustand. was ist hier los? wieso hat der kolben derart blockiert, dass es gar gefährlich wurde? alles putzen, fein schmieren und zusammenbauen. und weiter rätseln.

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4 replies »

  1. Gehe doch schwer davon aus, Du willst uns in den April schicken – so vile Pech gibt’s doch in der realen Welt gar nicht;-)

  2. Glauben wir das? Bremszangen, die mal nicht funktionieren und dann doch wieder? So etwas gibt es höchstens auf dem Weg zu einem Sternerestaurant, auf einer Autobahn in Belgien. Man muss schon etwas spät dran sein, der lange zuvor reservierte Tisch muss zu verfallen drohen. Während die beiden Herren versuchen, den Bremssattel mit allerlei Behelfsinstrumenten gängig zu bekommen, ohne sich dabei die schicken Hosen und karierten Hemden zu arg zu beschmutzen, dürfen die beiden Damen, überrascht wie kalt es im Oktober plötzlich sein kann, ihren aus dem Frösteln resultierenden Stimmungsschwankungen freien Lauf lassen.
    Dabei hätten sie sich doch am herrlich heißen Vorderrad die Hände wärmen können! Schneller als erwartet drehte sich das Rad wieder, jedenfalls bevor ein großer Regen kam. Zum Termin erschien man zwar verspätet, aber gerade noch rechtzeitig. Das Essen war gut.

  3. Pingback: déjà vu?

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