fahren

ausgegangen

eigentlich wollt‘ ich nur bier holen gehen. und die batterie ein wenig laden vor dem samstag. denn dann sollte ich schon sehr früh in der werkstatt sein um diverse automatik-modulatoren auszuprobieren. schliesslich sollen die schalt-punkte des nun dichten getriebes optimal auf die drehmomentkurve des PRV abgestimmt werden. ein bisschen mehr sportprogramm kann ja nicht schaden oder? und frühmorgens überbrücken – hmm. nach knapp 20 km ladefahrt dann schnell noch beim markt gehalten um feldschlösschen zu laden. der geneigte leser ahnt was dann geschah.
IMG_3808die karre wollte von nix auf sofort nicht mehr starten. keinen mucks. nicht eine halbe umdrehung. nach 20km ohne licht, lüfter und radio! nanu? also stehen lassen. mitten im dorf. in dem dorf, wo ich (wir) wohne(n). in dem dorf, in welchemsowiesoschonalledenkendassichwohleinevollmeisehabenmüsse. da über  nacht stehen lassen (ich muss nachhause, kochen, kinder zu bett bringen etc..ich kann jetzt nicht!) wo garantiert ALLE sehen, dass da was nicht stimmt. dieses foto entstand dann nach 21h, als ich mir eine dicke jacke über’s pyjama ziehe um doch noch einmal runter zu fahren. mit dem 807 – der mit der fetten starterbatterie. und einer stirnlampe und einem kleinen schlüsselsatz. ich will die karre über nacht da einfach weg haben. aber es blieb beim wunsch. überbrücken brachte nichts. also lenksäulenabdeckung weg und autodiebstahl spielen. könnte ja sein, dass das zündschloss zickt. aber auch das brachte nichts. abgesehen von blauen blitzen und anständigen knalleffekten… und dem syn-chronen klicken von diversen relais in sicherungskasten und motorraum. alle hoffnung fahren lassend, gehe ich schliesslich doch nervös schlafen. verschicke noch eine verzweifelte sms an houston. houston antwortet überraschend – trotz später stunde –  und verspricht früh morgens eine rettungskapsel zu schicken. der schlaf wird damit deutlich ruhiger. IMG_3809

am nächsten morgen dann kommt endlich die eine katze der andern helfen. leider sind auch schon die ersten dorfbewohner zum einkaufen unterwegs… also stoisch bleiben und alles noch einmal durchspielen. überbrücken und kurzschliessen. zum (meinem) glück bringt dies auch bei tageslicht keine lösung. schnell wird klar, dass der anlasser trotz erzwungener stromversorgung einfach nicht mehr will. wohl sind die kohlen am ende. von nix auf sofort versteht sich. ein paar gezielte schläge mit der wagenheberspindel auf den magnetschalter des anlassers – bei gleichzeitig betätigtem zündschloss – lassen die karre dann widerwillig starten. 504flying

eine halbe stunde später in der werkstatt: ein nagelneuer anlasser liegt an lager. das hat auch mit glück zu tun. aber nicht nur. schliesslich stehen mittlerweile 3 dieser schüttelbecher in unseren garagen. ich habe nun das erste mal das vergnügen den anlasser an einem V6 zu tauschen. der 4-zylinder zeigt sich diesbezüglich ja schon ein wenig pfriemelig. Aber im Vergleich zum PRV ist das plug-and-play. aber dann, die lenkung erst mal abgesenkt, geht’s doch. auch zahlreicher ratschengelenkstücke und elastischer handgelenke sei dank. die anschliessende modulatorenfeintuningaktion war dagegen pure freude. ein-bauen, probefahren, ausbauen, andern einbauen, fahren, ausbauen. 5 mal. dazwischen die federkräfte messen, die schaltpunkte notieren und am ende die entstandene tabelle richtig interpretieren. so macht die schrauberei spass. jenseits von handbüchern und herstellervorschriften. mit tollem erfolg. genau definierte, präzische schaltvorgänge zum richtigen zeitpunkt. mir scheint, dass es sich mit automatikgetrieben ähnlich verhält wie mit der berüchtigten kugelfischer. mit grips und sorgfalt wird die vermeintliche blackbox plötzlich logisch und durchschaubar.

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4 replies »

  1. Zitat:
    „der 4-zylinder zeigt sich diesbezüglich ja schon ein wenig pfriemelig. Aber im Vergleich zum PRV ist das plug-and-play.“

    Stimmt.
    Beim 4-Zylinder-Ti schafft man den Anlassertausch in 7 Minuten 30. Allerdings im hellblauen Hemd mit imaginierter Krawatte. Das geht erst recht dann, wenn man 20 Minuten vor dem Aperitiftermin bei Jean-Georges Klein noch 20 Fahr-Minuten von Untermuhltal entfernt ist. Unmöglich, dort mit Ölfingern aufzulaufen.

    Schon klar, Anschieben wäre beim Schalter eine Alternative gewesen, aber nicht an seinem eigenen 50. Geburtstag.

    Jedoch wir hatten auf dem Parkplatz keine dieser Vollglashebebühnen zur Verfügung, die Ihr in der Schweiz jetzt meist benutzt.

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